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Das-Kapital-DI1969 - DAS KAPITAL

D A S   K A P I T A L
Deutsche Originalausgabe
Das Kapital, Band I, 1969
C
"Wolfgang Richters Idee war es auch eines Tages, den ersten Band des 'Kapitals' von Karl Marx ins Taschenbuchprogramm zu nehmen - als kritisch historische Ausgabe, das heißt unter Berücksichtigung des Textes der Erstausgabe sowie den Textänderungen in späteren Auflagen, dazu Vorworte und Nachworte von Marx und Engels sowie Texte von Lenin, Rosa Luxemburg, Kautsky und anderen. Es folgten »Kapital«-Band 2 und 3, am Ende 2800 Seiten inklusive eines ausführlichen wissenschaftlichen Apparats. Es war der Anfang der grauen Reihe »Ullstein Materialien« unter der Leitung von Andreas A. Catsch, der schon beim ersten Marx-Band Wort für Wort die verschiedenen Ausgaben verglichen und auf dieser Grundläge den Ullstein-Band ediert hatte. Die Reihe war bald Kult - unter Studenten, Hochschullehrem, Intellektuellen."
(Anne Enderlein, Ullstein Chronik, Ullstein, Berlin, 2022, S. 349)

"Eines Abends rief mich Wolfgang Richter an und sagte: 'Wann gehst du heute nach Hause?' - 'Was soll die Frage, wie immer.' - 'Geh mal bei Carl Wegner vorbei, ich habe 'Kapital' Band I von Marx, zweite Auflage, reserviert. Hol das mal gegen Rechnung ab.' - 'Na, Richter, Sie wollen wohl Ihre Bibliothek ein bisschen aufforsten?', fragte ich. 'Du wirst dich wundern', sagte er nur. Ich holte das Buch ab, guckte es mir an und brachte es ihm am nächsten Tag mit in den Verlag: 'Hier', sagte ich. 'Kannst du gleich behalten', erwiderte er. 'Was heißt behalten?' - 'Wir machen das 'Kapital'' - 'Wie bitte?' - 'Ja', sagte er, 'wir machen das 'Kapital'. Und zwar habe ich folgende Vorstellungen: Wir machen eine kritisch-historische Ausgabe. Du kümmerst dich darum, die restlichen Texte zu bekommen, die verschiedenen Auflagen. Marx hat die zweite Aufläge nur teilweise in Angriff nehmen können, darüber ist er gestorben, und Engels hat sich dann um alles gekümmert. Besorg die Marx-Engels-Werke vom Dietz-Verlag und die Volksausgabe von Korsch aus den zwanziger Jahren, und mach mir einen Vorschlag, wie wir die Varianten zu den verschiedenen Auflagen und die Lesarten redaktionell bewältigen können.' Dann guckte er mich an - mir fiel wirklich die Kinnlade runter - und sagte: 'Ja, ich weiß, ein bisschen viel zu tun, ich helf dir dabei.' - Ich war damals sechsundzwanzig und überlegte mir, wie die Edition lesbar gemacht werden könnte. Wir dürfen eins nicht vergessen: Seinerzeit wurde ein Manuskript auf dem Papier bearbeitet und danach gesetzt. Es gab keine PCs, sondern nur die Fotokopien von Rank-Xerox, die stanken und glatt und glitschig waren, ausschließlich mit Kugelschreiber zu beschreiben. Man musste sie austrocknen lassen, sonst verschmierten die Korrekturen. Ich habe Folgendes gemacht: Ich verglich Wort für Wort, Komma für Komma, den gesamten »Kapital«-Band I mit den verschiedenen Auflagen und notierte die Varianten jeweils als Fußnote. Richter wollte eine wissenschaftlich-kritische Ausgabe, die sich dem Publikum zuwendet. Das Vorwort von Korsch entnahmen wir der Volksausgabe. Es wurde ein kommentiertes Register, ein Sach- und Personenregister erstellt, was es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Das Ganze habe ich in Tages- und Nachtarbeit zu Hause und im Verlag erarbeitet - es war die Hölle. Die präziseste Arbeit, die man sich vorstellen kann, war nötig. Die Erstausgabe erschien 1969. Sie war mit diesem Teerzell-Material beschichtet, was sehr schnell geändert wurde, weil die Buchhändler sich beklagten, dass es schmieren und dreckig werden würde, sobald es warm wird. Der Band war die absolute Sensation. Die Leute sind schier verrückt geworden, und der Preis von 9 Mark 80 war einmalig. Es wurde so gut wie keine Werbung im heutigen Sinne gemacht, sondern es war das Neue, das wir gewagt hatten. Der Erfolg der Reihe hatte überhaupt nichts mit der politischen Situation der ausgehenden sechziger Jahre zu tun, sondern jeder der etwa 400 Bände, die im Laufe von knapp 15 Jahren erschienen, war allein aus der Idee heraus entstanden, dieses Buch hat eine wichtige Geschichte, eine Spannkraft oder so viel Energie in sich, dass es raus muss. Das war ganz entscheidend, auch dafür, wie es weiterging."
(Anne Enderlein, Ullstein Chronik, Ullstein, Berlin, 2022, S. 426).
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